Stickdatei-Formate: ein Überblick
Jede Stickmaschinen-Marke spricht ihr eigenes Dateiformat. Die gängigsten Formate in der Übersicht — allgemeine Zuordnungen, im Zweifel zählt das Handbuch deiner Maschine:
| Format | Verbreitet bei |
|---|---|
| PES | Brother, Babylock (Haushaltsmaschinen) |
| DST | Industriemaschinen, viele Stickdienstleister |
| EXP | Melco, Bernina (ältere Systeme) |
| JEF | Janome, Elna, Kenmore |
| VP3 / VIP | Husqvarna Viking, Pfaff |
Motivgröße: vorher wissen, was herauskommt
Die Stichzahl einer Datei verrät dir noch nicht, wie groß das Motiv auf dem Stoff wirkt. Die Brücke ist die Stichdichte: Motivfläche = Stichzahl ÷ Stichdichte. Der Mustergröße-Rechner ermittelt daraus Fläche und Kantenlänge — so weißt du vor dem Kauf einer Datei, ob sie in deinen Rahmen passt.
Skalieren: was die Prozent wirklich bedeuten
Die meisten Maschinen und Programme erlauben das Skalieren um ±10–20 % direkt an der Maschine. Der Motiv-Skalierung-Rechner zeigt neue Maße und die geschätzte Stichzahl. Wichtig: Starkes Vergrößern dünnt die Stichdichte aus, starkes Verkleinern verdichtet sie — beides verändert Optik und Griff. Größere Sprünge gehören in die Sticksoftware, wo die Digitalisierung sauber neu berechnet wird.
Digitalisierung: wo Motive entstehen
Professionelle Stickmuster entstehen durch Digitalisierung: Aus einer Grafik wird Stich für Stich ein Stickprogramm — mit Sticharten, Richtungen, Unterlegern und Zugkompensation. Automatische Konverter liefern selten saubere Ergebnisse; wer eigene Motive ernsthaft umsetzen will, lernt die Grundlagen einer Digitalisierungssoftware oder beauftragt einen Digitalisierer.
Checkliste vor dem Stickdatei-Kauf
- Format prüfen: Passt die Datei zu deiner Maschine?
- Größe prüfen: Motivmaße mit dem Rahmen abgleichen (Stickrahmen-Rechner).
- Stichzahl einordnen: Sehr hohe Stichzahlen bei kleinen Motiven deuten auf extreme Dichte hin.
- Bewertungen lesen: Andere Käufer berichten, ob die Datei sauber läuft.
- Probenaht: Auch gekaufte Dateien erst auf Reststoff testen.
